Ausführiche Beschreibung des Güterschuppens Bad Ems mit Bildern und geschichtlichen Daten.
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Bad Ems

Güterschuppen für den Stückgutverkehr

Einen kleinen Güterschuppen gab es wahrscheinlich schon 1858. Mit der Verlegung der Gütergleise in Richtung Norden im Jahr 1906 entstand auch die noch heute erhaltene Güterhalle. Der aus verputztem Backstein errichtete Güterboden mit auskragendem Dach lag neben dem Empfangsgebäude, wo sich ein Anbau mit Satteldach mit den Abfertigungsräumen befand. Es ist anzunehmen, dass hier auch Stückgut und Reisegepäck für den Hochadel sicher gelagert werden konnte. Dahinter befand sich eine große Lagerhalle. Es gab Seitenrampen an den Längsseiten des Gebäudes.   Der nördliche Gebäudeteil ist schmaler als der Güterboden, da hier ein Gleis zur Kopframpe verlegt wurde und sich der Zugang zum Schalterraum der Gepäckabfertigung befand. Dadurch konnten flache Güterwaggons seitlich als auch von der Kopframpe aus be- und entladen werden. Die Bogenfenster und Rechtecktüren wurden durch Rahmen hervorgehoben.  In diesem Gebäudeteil gab es ebenfalls Diensträume für den Lademeister, für die Kasse mit Schalterraum sowie Toiletten. In der Güterhalle stand immer eine Waage und ein Stehpult.   2017 wurden die Sanierungsarbeiten an den Bahnhochbauten beendet. Dabei wurde der Verputz entfernt, sodass heute der Backstein das Aussehen des Gebäudes dominiert. Auch die Rundbögen der Öffnungen sind zu sehen. Die Ladetore mit Zementrahmen ersetzen die entsprechenden alten Toröffnungen. Das Dach mit seinen Holzträgern, die nur noch optische Bedeutung haben, wurde erneuert.   Bad Ems gehörte zwar zu Preußen, wo der Backsteinbau Tradition hatte, aber der Güterschuppen passt nicht zu den Hochbauten der Lahntalbahn, geschweige denn zum Empfangsgebäude.
Der Güterschuppen gehört fast immer zu den ältesten Bahnhochbauten in einem Bahnhof. Er steht nicht im Vordergrund und man findet ihn manchmal erst, wenn man gezielt nach ihm sucht. Oft befindet er sich auch gegenüber dem Stationsgebäude. War der Güterschuppen erst gebaut, blieb er oft unverändert. Im besten Fall verlängerte man ihn. An seinen Längsseiten hatte er mindestens eine Seitenrampe und häufig an der Giebelseite eine Kopframpe.
Der Bahnhof Bad Ems wurde am 1. Juli 1858 von der Nassauischen Rhein- und Lahn-Eisenbahn- Gesellschaft zwischen Oberlahnstein und Bad Ems eröffnet. Er liegt im ersten Teilabschnitt der „Lahntalbahn“. Der Güterschuppen wurde erst 1849 fertiggestellt.
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