ahnbauten B
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Rot am See

Güterschuppen für den Stückgutverkehr

Der relativ große Güterschuppen mit vertikalen Holzpaneleen verschalt, ging 1869 in Betrieb. Er befindet sich parallel zum Stationsgebäude in Richtung Norden. Da er sehr hoch gebaut war, musste das Satteldach weit auskragen, um beim Umladen des Stückguts vor Wettereinflüssen geschützt zu sein. Im Erdgeschoss der beiden Giebelseiten gab es ein großes Tor und zwei Fenster. An der Ortsseite verfügte er über eine hölzerne Seitenrampe, die über drei Schiebetüren zugänglich waren. Auf der Gleisseite gab es vier Türen, wovon zwei von der Kopframpe aus erreichbar waren. Die Schiebetüren verfügten jeweils über vier verglaste und vergitterte Oberlichter. Parallel zum Ladegleis war eine Rampenmauer errichtet worden, die zur südlichen Kopframpe gehörte. Das Dachgeschoss besaß an beiden Giebeln zwei große, von innen vergitterte Rechteckfenster.  Interessant ist der verschwenkbare Ladekran mit Kettenzug, der eine Höchstlast von einer Tonne heben konnte. Er befand sich auf der Seitenrampe an der Ortsseite des Gebäudes. Der Ladekran wurde über eine Kurbelwelle mithilfe von Muskelkraft angetrieben.   Ein insgesamt interessanter Güterschuppen, der seinesgleichen sucht.
Der Güterschuppen gehört fast immer zu den ältesten Bahnhochbauten in einem Bahnhof. Er steht nicht im Vordergrund und man findet ihn manchmal erst, wenn man gezielt nach ihm sucht. Oft befindet er sich auch gegenüber dem Stationsgebäude. War der Güterschuppen erst gebaut, blieb er oft unverändert. Im besten Fall verlängerte man ihn. An seinen Längsseiten hatte er mindestens eine Seitenrampe und häufig an der Giebelseite eine Kopframpe.
Der Bahnhof Rot am See wurde am 23. Oktober 1869 von den Königlich Württembergischen Staats- Eisenbahnen zwischen Crailsheim und Bad Mergentheim eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch der separate Güterschuppen.
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